Deutschlands Aufzüge sind sicher!

OSMA Aufzüge

In Deutschland verkehren zurzeit rund 750.000 Aufzüge. 640.000 davon dienen der Beförderung von täglich mehreren Millionen Menschen und gehören damit zu den überwachungsbedürftigen Anlagen. Jedes Jahr kommen bundesweit durchschnittlich 20.000 neue Aufzugsanlagen dazu oder ersetzen bestehende ältere Anlagen. Ungefähr die Hälfte des Aufzugsbestands in Deutschland ist mindestens 20 Jahre alt. Dies spricht zunächst für die Qualität der Aufzüge und vor allem für die Qualität der Serviceunternehmen, die diese Anlagen auch weiterhin in einem zuverlässigen Zustand halten. Allerdings entsprechen Anlagen in diesem Alter nicht mehr unbedingt dem heutigen Stand der Technik. Die Sicherheit alter Aufzugsanlagen steht deshalb ganz oben auf der Agenda des VDMA.

2017 keine tödlichen Unfälle
Unfälle sind zum Glück selten, so dass der Aufzug nach wie vor das sicherste „Nahverkehrsmittel“ ist. Auch die aktuellen Unfallzahlen der Prüforganisationen und des VDMA für das Jahr 2017 belegen, dass der sicherheitstechnische Zustand der Aufzugsanlagen auf hohem Niveau verharrt. In den vergangenen Jahren ist keine Zunahme von schweren oder tödlichen Nutzerunfällen zu verzeichnen. Ganz im Gegenteil: In Relation zum Anlagenbestand, der jedes Jahr um ca. 2 Prozent zunimmt, sind die Zahlen von schweren und tödlichen Unfällen sogar rückläufig.   2017 wurden keine Todesfälle im Zusammenhang mit Aufzügen registriert.  Die Zahl der schweren Unfälle ging 2017 von 30 auf sieben Fälle zurück. Bei diesen sieben schweren Unfällen handelte es sich um Arbeitsunfälle, von denen nur vier auf einen Mangel am Aufzug zurückzuführen waren, so die Erhebungen des VDMA Aufzüge und Fahrtreppen.

Sicherheit durch qualifizierte Wartung    
Aufzugsanlagen sind sicher, wenn sie in ausreichendem Maße qualifiziert gewartet und instandgehalten werden. Es gibt jedoch eine Dunkelziffer von ca. 100.000 Aufzugsanlagen, die offenbar nicht gewartet oder geprüft werden, was sowohl vom VDMA als auch den Zugelassenen Überwachungsstellen deutlich kritisiert wird.
Einige Unfälle hätten durch Investitionen in Modernisierung vermieden werden können. Eine signifikante Gefährdung für Nutzer kann durch Anlagen entstehen, die weder geprüft noch gewartet werden. Die sichere Bereitstellung eines Aufzugs liegt allerdings in der gesetzlichen Verantwortung des Betreibers – also den Immobilienbesitzern, Vermietern und Wohnungsverwaltern. Die Prüforganisationen, Aufzugshersteller und die Wartungsunternehmen können nur auf diese Missstände hinweisen.

Betreiber müssen für Sicherheit sorgen    
Mit einer regelmäßigen Instandhaltung wird die sichere Funktion von Aufzügen erhalten, aber der Stand der Technik entwickelt sich fort. Die Anforderungen an die Sicherheit erhöhen sich fortlaufend, entsprechend dem allgemeinen Sicherheitsbedürfnis, so dass eine technische Nachrüstung von Bestandsanlagen früher oder später notwendig wird und vom Betreiber veranlasst werden muss.
(Bsp. Nachrüstung Zwei-Wege-Kommunikationssysteme bis 2020 nach BetrSichV)
Die Wartung und die Prüfung der Aufzugsanlage sowie Betreiber, die ihre Verantwortung auch wahrnehmen – das Zusammenspiel aller drei Faktoren gewährleistet letztendlich die Sicherheit der Aufzugsanlage für den Nutzer. Die Verantwortung für die sichere Benutzung und die Verhinderung von Unfällen liegt in den Händen des Betreibers. Dieser sollte eine regelmäßige Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung durchführen, wodurch Abweichungen bestehender Aufzugsanlagen zum heutigen Stand der Technik festgestellt werden. Die bestehenden Sicherheitslücken können durch Modernisierungsmaßnahmen behoben und damit die Unfallgefahr minimiert werden.

Prüfplakette
Ob eine Aufzugsanlage geprüft ist, erkennt man - wie beim Auto - an der Prüfplakette, die seit 2015 in jedem Aufzug vorhanden sein muss.  Das Überschreiten der Prüffrist kann somit vom Aufzugsnutzer festgestellt und an den zuständigen Betreiber bzw. die zuständige Behörde/Gewerbeaufsicht gemeldet werden.


Auftragseingang stieg 2017 um 2,4 Prozent
„Der Markt für Aufzüge und Fahrtreppen wächst“, berichtet der VDMA Fachverband Aufzüge und Fahrtreppen. Der Auftragseingang Neuanlagen in der deutschen Aufzugsindustrie stieg im vergangenen Jahr nach Stückzahl um 2,4 Prozent auf 21.437 Einheiten.  Das ist ein stetiger Anstieg seit 2009. Im Wert ging der Auftragseingang um 0,8 Prozent auf rund 890 Millionen Euro zurück.


Gestiegene Sicherheit bei Aufzügen durch Maßnahmen in den letzten Jahren
•    Einbau Fahrkorbabschlusstüren
•    Installation Notrufsysteme
•    Installation Notlicht
•    Lichtgitter als Türsicherung
•    Sicherung gegen Verlassen der Haltestelle mit geöffneter Tür
•    Erhöhung der Anhaltegenauigkeit des Aufzugs


In Deutschland gibt es derzeit rund 750.000 installierte Aufzugsanlagen, davon ca. 640.000 zur Personenbeförderung, und ca. 36.000 Fahrtreppen. Der Branchenumsatz beträgt mehr als 2,5 Milliarden Euro und in der Branche sind circa 17.000 Personen beschäftigt. Der VDMA Fachverband Aufzüge und Fahrtreppen repräsentiert 90 Prozent des deutschen Marktes.


Für Rückfragen steht Ihnen Ebru Gemici-Loukas unter 069/6603-1591 zur Verfügung.